Ohje, so viele "Abhängigkeiten"!
Sollten bei Autoherstellern hierzulande demnächst die Lieferbänder stillstehen, sei das die Konsequenz dieser Abhängigkeit, sagte Röttgen dem „Tagesspiegel“. Die deutschen Unternehmen hätten sich sehenden Auges und trotz zahlreicher Warnungen in diese Situation gebracht. Solche gefährlichen Abhängigkeiten wirkten sich katastrophal auf die heimische Industrie und die Menschen aus, so Röttgen.
https://www.deutschlandfunk.de/roettgen ... e-100.html
Ich muß jetzt mal die Frage stellen, ob der Herr sich jemals in der Produktion/Handel beruflich bewegt hat.
Jeder der Dinge Herstellt, sucht sich Handelspartner. Und China war lange eine gute Adresse. Nicht nur wenn es um die Produktionskosten ging, sondern weil auch die Qualität stimmte. Und jeder Hersteller braucht Planungssicherheit. Auch hier war China lange ein guter Partner.
Klar hätte man selbst und hier etwas wuppen können, nur dann hätte man Entwicklungskosten und höhere Produktionskosten in Kauf nehmen müssen. Das hätte sich dann auf Preise und Vertrieb ausgewirkt.
Wenn dieser Spitzenpolitiker nun kritisiert, daß man sich hier in eine "Abhängigkeit" begeben hat, dann kann man das gern so interpretieren, nur wäre unsere Wirtschaft weit weniger kalkulierbar, wenn man hin und wieder mal alle paar Jahre seinen Zulieferer wechselt. Solche "Abhängigkeiten" sind also alltägliches Geschäft langanhaltender Handelsbeziehungen.
Wenn dann aber ein Glied in der Kette Dinge macht, die einen ganzen Kreislauf oder eben solch Kooperationen in Wanken bringen, dann sollte man diesen auch klar benennen. Der Ursprung dieses "Chip-Falls" sind hier nämlich die USA, die mit ihrer wirren und völlig an den Handelsrealitäten vorbei, Zölle als "Erpressung" nutzen, um SICH selbst zu bevorteilen.
So die Idee. In einer weltweit vernetzten Handelswelt ist das aber für andere auch mit Konsequenzen behaftet.
Aber hinterher will man ja immer schlauer sein, als vorher. Und auch die USA sind von irgendwem abhängig, China ebenso.
Doch nur Europa soll sich in bedenklichen Abhängigkeiten befinden? Nö, nur weil wir dem wirren Kurs so halbwegs folgen, den uns die USA mehr oder weniger vorgeben (man bedenke die schlechten Verhandlungen von dieser Leyen), dann brauchen wir uns auch nicht zu wundern, wenn das anderen nicht gefällt. In diesem Fall eben China.
In Summe haben uns die USA nun schon die günstige Versorgung von Öl und Gas verweigert. Jetzt kommen die Handelsbeziehungen mit China daran und ich warte nur auf die nächste Sau, die durchs Dorf getrieben wird.
Nun sind wir von Öl und Gas aus den USA abhängig und wo wir unsere Chips und andere Komponenten (G5 Netz, Solartechnik, IT Bauteile) herbekommen, weiß auch niemand wirklich.
Ach ja, unsere Solarindustrie wurde übrigens von der CDU nach China verkauft.
Für das günstige Öl und Gas aus Russland waren auch die Union verantwortlich.
...aber das will doch heute keiner mehr wissen.
